Die Idee und eine Tasse Kaffee

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Ich sitze in einem Cafe in der Altstadt von Münster, habe den Laptop vor mir stehen, eine Tasse Kaffee und meine Notizen rechts neben mir. Die Bedienung hat gerade die Kerze an meinem Tisch angezündet. Im Hintergrund läuft entspannte Musik. Es befinden sich nur wenige Gäste um diese frühe Mittagszeit hier, so dass ich einen Fensterplatz mit Blick auf den Alten Steinweg und eine kleine Eck-Spelunke ergattern konnte.

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Der Ring und ganz viel Fantasie

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Heute

Ich sitze an meinem Schreibtisch. Mein Blick fällt in das aufgeschlagene Notizbuch links neben mir. Was habe ich doch nur für eine Sauklaue. Ich erschrecke jedes Mal erneut bei dem Versuch, meine Handschrift zu entziffern. Vertikale und horizontale Striche verbinden sich mit Schnörkeln und kleinen Kreisen. Das soll eine lesbare Schrift sein? Um Gottes Willen!

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Die ältere Dame und ein alter Artikel

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Heute, 10:10 Uhr

 Der Regen schlägt mir ins Gesicht. Ich ziehe meine Kapuze über den Kopf. Im Vergleich zu gestern ist es heute nicht mehr ganz so kalt, aber immer noch kalt genug, dass ich eine Mütze und einen Halsschutz beim Laufen trage. Die Handschuhe habe ich mittlerweile ausgezogen und in die Seitentaschen meiner Laufhose gesteckt. Ich muss für die anderen Jogger eine komische Figur abgeben. `Achtung! Da kommt die gelbe Schnecke mit dicken Hüften! Der sollte sich mal lieber von seinem Hund ziehen lassen!´

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"Wo laufen sie denn?" - Inspiration und Ideenfindung

Ein Zusatz zum Blogartikel Der Ring und ganz viel Fantasie

 

„Am Anfang steht die Idee. Ideen sind die Saat, aus der das zarte Pflänzchen einer Geschichte wächst. Es gibt keine Gesetze dafür, wie die Saat beschaffen sein muss. Es kann ein Charakter sein, ein Name, eine Situation, eine Struktur, ein zufällig mitgehörtes Gespräch, ein Schauplatz, ein Thema, sogar ein vages Gefühl“. (Alexander Steele, 2004)

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Der innere Zensor und viel Bla Bla Bla

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© Lars Wicher

Das Wasser in der Kaffeemaschine beginnt zu kochen. Die ersten Tropfen fallen und verbinden sich schließlich zu einem dünnen Strahl, der sich in die Kanne ergießt. Der Duft gemahlener Bohnen weicht dem typischen Geruch frisch aufgebrühten Kaffees. Während das schwarze Gebräu läuft, fällt mein Blick auf den schneebedeckten Vorgarten. Ein schmaler Weg zur Haustür ist freigeschaufelt. Beides nehme ich nicht wahr. Meine Gedanken sind bei dem Blogeintrag, der für heute noch aussteht. Worüber ich schreiben will, weiß ich. Es ist der erste Satz, der mir heute schwer fällt.

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Der nächste Schritt

Heute, 14:30 Uhr

 

Nachdem ich versucht habe, den Artikel via iPad zu tippen, halb sitzend halb liegend, quäle ich mich von der Couch hoch und schleppe mich an meinen Arbeitsplatz in den Keller. Kopfschmerzen begleiten mich auf meinem Weg und erinnern mich daran, beim nächsten Mal etwas vorsichtiger zu sein.

Händewaschen, beim Husten den Arm vor den Mund halten und Küssen vermeiden sind Vorsichtsmaßnahmen, die eigentlich nicht so schwer einzuhalten sind. Wer küsst schon gerne trockene und leicht rissige Lippen? (Ich liebe Dich mein Schatz!). Dummerweise habe ich in einem Moment der Schwäche nicht aufgepasst, meinem Schatz einen flüchtigen Kuss auf eben jene Lippen gehaucht - und bade die Bescherung jetzt aus! Der fiese Grippevirus hat sich in meinem Körper eingenistet und feiert seine Party bei mir weiter!

 

Die Wasserflasche und einen Tee im Anschlag schalte ich den Computer ein und versuche, mich zu konzentrieren. In meinen Cardigan eingewickelt und mit einer Mütze auf dem Kopf lasse ich mich schwer in den Drehstuhl fallen. Während Smilla im Traum jaulend und schwer atmend einem Kaninchen hinterher zu jagen scheint, besinne ich mich auf die letzten Einträge. Ich habe die grundlegende Idee bereits formuliert und weitere Gedanken in loser Reihenfolge in meinem Notizbuch und auf losen Zettel eingetragen. Ich muss mir nun überlegen, wie ich weiter machen möchte. Bevor ich jedoch auf mein Kaffeekränzchen in der Pension von letzter eingehe, möchte ich heute erst einmal eine kleine Zeitreise mit Dir machen.

 

Rückblick: Es war einmal...

 

Als ich 1999 an meiner ersten wirklichen Romanidee arbeite, ist mir das sogenannte Handwerkszeug der Schreibkunst nicht wirklich geläufig. Ich bin zu der Zeit völlig fasziniert vom Alten Ägypten. Meine Geschichte handelt demnach von einem Mann, der aus der Dynastie Amenophis III. stammt und in unserer Zeit erwacht, ohne sich an seine Herkunft oder Vergangenheit erinnern zu können. Ihr zugrunde liegt die altägyptische Mär von Osiris und Isis. Osiris wird von seinem Bruder Seth getötet und zerstückelt. Isis begibt sich auf die Suche nach den einzelnen Körperteilen und belebt ihren Bruder und Gemahl, um schließlich gegen Seth zu kämpfen.

 

Ich entwerfe ein Grundgerüst für einen Plot, beschäftige mich mit den Figuren und schreibe die ersten drei Kapitel. Allerdings komme ich schnell an meine Grenzen. Hier passt die Figur nicht, da fehlt ein zusammenhängender Faden. Wie soll die Geschichte eigentlich Enden?

 

Unzufriedenheit überkommt mich. Die Ausarbeitungen und Entwürfe landen in der Schublade. Um eines Vorweg zu nehmen: ich habe mehr als zehn Jahre an diesem Roman gearbeitet, aber kein einziges neues Kapitel geschrieben. Warum? Weil mich der Plot als Ganzes nicht mehr überzeugt hat.

Ich benötige Insiderwissen. Wie erarbeiten sich andere Profis ihren Plot, ihre Figuren? Was ist wichtig bei der Schauplatzsuche? Am meisten Respekt habe ich vor der Figurenanalyse. Wie kommen Charakteren glaubwürdig rüber? Wie lasse ich sie logisch handeln?

 

In den folgenden Jahren schaffe ich mir ein Repertoire an Fachliteratur an. Auf der Suche nach entsprechender Lektüre heißt es immer wieder: „Das Buch ist Pflicht für jeden angehenden Autor!“ – „Mit diesem Buch halten sie DAS Standardwerk für Kreatives Schreiben in den Händen!“ – Bla Bla Bla! Natürlich kaufe ich alles, was mir in die Finger kommt.

 

Wie ein Voyeur verschlinge Elisabeth George´s Wort für Wort1, das Einblicke gibt „in ihre private Schreibwerkstatt“ und anhand von Beispielen die Entwicklung eines Romans gut nachvollziehbar macht. Etwas irritiert versuche ich mich an Lajos Egri´s Literarisches Schreiben. (DAS Standardwerk) Irritiert, weil Egri die Entwicklung der Figuren in den Vordergrund stellt und ich noch nicht verstehe, dass mit den Charakteren die Geschichte entsteht! Mit Begeisterung folge ich Natalie Goldberg in Schreiben in Cafés2, da sie sehr kurzweilig erzählt und ich nun mal gerne in Cafés schreibe!

Als mir aber das nächste Buch in die Hände fällt, kann ich mich kaum halten. Da ist es! Das Versprechen, auf dass ich so lange gewartet habe! DAS Buch schlechthin! Ich drehe und wende es in meinen Händen, fühle den harten kalten Einband, schlage es auf und lese andächtig und mit flüsternder Stimme: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“3!

 

Heute, 17:00 Uhr

 

Warum diese kleine Zeitreise?

 

Ich befinde mich in der Entwicklung meines Webromans noch ganz am Anfang. Die Idee steht, muss aber noch weiter ausgeführt und entwickelt werden. Damit ich nicht voller Enthusiasmus wieder blind in die oben beschriebene Falle tappe, brauche ich einen Plan oder Wegweiser.

 

Mein Repertoire an Fachliteratur ist im Laufe der letzten Jahre größer geworden. Es befinden sich gute und weniger gute Bücher darunter. Im Nachhinein muss ich sagen, dass jedes Buch für sich das ausgegebene Geld wert ist. Natürlich ist James N. Frey´s Werk kein wirkliches Versprechen gewesen. Vielmehr hat es in mir die Hoffnung geschürt, mit seiner Hilfe mehr Handwerk zu erlernen.

Ich habe unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Entwicklung eines Romans kennengelernt. Geholfen hat mir zum Beispiel der Leitfaden von Elizabeth George. In Form einer Checkliste erläutert sie ihren Arbeitsprozess in vierzehn Schritten und verweist zusätzlich auf die entsprechenden Kapitel [1].

Ich orientiere mich immer noch an diesem Leitfaden und werde in weiteren Blogeinträgen bestimmt noch öfter auf das Buch eingehen.

 

Mir ist bei der Auflistung der Literatur wichtig, Dir folgendes mit auf den Weg zu geben: Es gibt nicht den einen Arbeitsprozess! Jeder Autor hat seine Eigenheiten und -arten in seiner Arbeit. Ich finde es wichtig, sich als Anfänger mit verschiedenen Prozessen auseinander zu setzen. Sie können als Hilfestellung dienen, um die eigene Methode zu entwickeln. Hinzu kommt die Frage, welcher Typ man ist. Liegt Dir das freie und ungeplante Schreiben eher als das bis ins kleinste Detail durchstrukturierte Vorgehen? Finde es heraus! Auch ich sehe mich immer noch als Anfänger, der hinzulernen möchte und stets Neues entdeckt.

 

Was hältst Du von Schreibratgebern? Hast Du bereits Erfahrungen mit ihnen gesammelt? Haben sie Dir weiter geholfen oder eher verwirrt? Oder kannst Du mit dieser Form von „Schulung“ nicht viel anfangen und bevorzugst Schreibschulen der VHS oder anderer Anbieter?Ich freue mich auf Deine Meinung und Erfahrungen!

 

In diesem Sinne eine gute Woche für Dich und viel Energie für den Alltag!

 

 


1 George, Elisabeth. (2004). Wort für Wort. Oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben. München: Goldmann

2 Goldberg, Natalie. (2003). Schreiben in Cafés. Berlin: Autorenhaus

3 Frey, James N. (1993). Wie man einen verdammt guten Roman schreibt. k.A.: Emons Verlag

 

Ein Gemälde und Recherearbeit

Stadtmuseum Münster
Stadtmuseum Münster

Heute 17:00 Uhr

 

Auf der linken Seite siehst Du ein Bild. Bei dieser Größe ist es für Dich natürlich schwer, Einzelheiten ausmachen zu können. Du kannst eine Kutsche und Menschen erkennen, die unterschiedlich gekleidet sind. Einige haben am Wegesrand Halt gemacht und führen ein Schwätzchen, während die Kutsche an ihnen vorbei fährt und sich der Stadt nähert. Du kannst die Silhouette dieser Stadt ausmachen, erkennst wahrscheinlich hoch aufragende Türme, die noch einen Fußmarsch weit entfernt zu liegen scheinen. Aber dabei bleibt es.

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Ein Morgenspaziergang

Münster, Prinzipalmarkt
© Lars Wicher

Heute 03:40Uhr

 

Der frühe Morgen liegt noch über Münster. Es ist dunkel. Die drei Grad über Null fühlen sich kälter an als die leichten Minusgrade von gestern Nacht. Der einzige Vorteil liegt darin, dass ich das Auto nicht frei kratzen muss.  Nur wenige Autofahrer schlagen den gleichen Weg ein wie ich. Ein bis zwei Radfahrer kommen mir entgegen. Ansonsten herrscht gähnende Leere auf den Straßen.

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Stadtkarten und Tesastreifen

Als Kind habe ich mir einzureden versucht, ich würde unheimlich gerne basteln. Hier mit der Schere aus Karton oder festerem Papier irgendwelche undefinierbaren Dinge ausschneiden; dort mit flüssigem Uhu versuchen, etwas arg Kreatives zusammenzupappen, und dabei der Versuchung widerstehen, die Hände miteinander zu verkleben. Herausgekommen ist in der Regel nicht wirklich viel Innovatives. 

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Von Wurzeln und Wegen

Während dieser Woche bin ich tiefer und tiefer in die Vergangenheit eingetaucht. Der Bücherberg  ist angewachsen, hat seine Spitze aber noch nicht erreicht. Es ist immer noch ein einziges Themengebiet, das ich von meiner To Do-Liste bearbeite. Begonnen hat es mit den Karten der Stadt. Vor allem der Alerdinckplan, welcher einen Blick aus der Vogelperspektive auf die Altstadt erlaubt, dient für mich als Grundlage, um mich vertrauter zu machen mit den Straßen und Häusern, Kirchen und Domkurien. Dabei gibt es zwei Wege, die ich beschreiten kann. Und beide Wege lassen die Frage in mir aufkommen, wie weit Recherche wirklich gehen muss! 

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Münster 1645 - 1647, Teil 1

Gründonnerstag, viel zu früh

 

Sie greift in die Tasche und zaubert drei kleine blaue Tüten hervor! Ein Lächeln, ein Frohe Ostern, und weg ist sie! Menschen eilen, geschäftigen Ameisen gleich, hin und her, Taschen, Tüten und Koffer im Anschlag. Inmitten der umhereilenden Menschen trotzt eine kleine Insel, einer Burg gleich, dem Treiben. Ihre Mitmenschen ignorierend sitz eine blau gekleidete Dame mit langen blonden Haaren und einer Brille auf der hervorspringenden Nase in ihrem Reich und blättert gelangweilt in einer Zeitschrift, Seite für Seite, während vor ihr das Leben pulsiert! 

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Veränderungen und erste Figuren

Heute, irgendwann in der Pension

 

Wie nicht anders zu erwarten, tippe ich diesen Text fleißig bei einer Tasse Kaffee in der Pension in mein iPad. Smilla liegt entspannt unter dem flachen Tisch und behält das Geschehen im Blick, nur zwischendurch aufgescheucht, wenn die Bedienung nach dem Rechten schaut (der Begriff Bedienung ist irgendwie nicht passend, aber mir fällt spontan keine andere Bezeichnung ein)!

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Münster 1645 - 1647, Teil 2

Vor einigen Tagen hat die vierzehnjährige Tochter eines befreundeten Ehepaares mit ihrer Schulklasse der Stadt Münster einen Besuch abgestattet. Die als Klassenfahrt getarnte dreitätige Shoppingtour führte natürlich durch die Altstadt. Auf meine Frage hin, ob ihr die Tour gefallen würde, kam nur ein ge-whats-apptes "Joa". Sie versicherte mir aber im gleichen Schreibzug, dass es nicht an Münster selbst läge. Ein Umstand, der mich etwas beruhigen konnte, da selbst eine siebte Schulklasse einige spannende Entdeckungen machen kann. 

 

Somit Willkommen bei Teil 2 von Münster 1645 - 1647!

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