Drei Romane - Drei Rezis

Ich habe mir lange Zeit gelassen mit den Rezensionen zu den nachfolgenden Werken. Die Hintergründe, weshalb, behalte ich erst einmal für mich, aber ich möchte den Autorinnen nichts schuldig bleiben und veröffentliche meine Rezis hier - und natürlich im Laufe des Tages auf den gängigen Plattformen!


Scream.Run.Die. - Tanja Hanika

Tanja Hanika, Horror, Kurzroman, Sream, Run, Die.
© Tanja Hanika

Dunkelheit – eine regennasse Fahrbahn – ein zu schnelles Auto – Tod

 

Alles beginnt mit einem Zitat von Leonardo da Vinci:«Wer das Leben nicht schätzt, der verdient es nicht.«. Ein Glückskeks-Spruch, der am Ende des Kurzromans als Moralpointe fungiert.

 

INHALT

 

Der junge Milton fährt eines Nachts auf seinem Weg nach Hause Etwas an – unschlüssig, ob es sich um einen Menschen oder gar um einen Dämonen handelt, verfrachtet er das tote Ding in seinen Kofferraum und vermeidet es, irgendjemandem von seiner Tat zu erzählen. Als er sich am folgenden Abend mit seiner Clique trifft und es zu einer Geisterbeschwörung kommen soll, hat Milton die Idee, das Blut des Getöteten zu nutzen, ohne zu wissen, welches Grauen er damit über sich und seine Freunde bringt.

 

MEINUNG

 

Der Kurzroman Scream.Run.Die von Tanja Hanika ist ein solider Horrorsplatter, der sich gewollt an Klischees gängiger Horrormovies bedient und diese bis zum Finale genüsslich ausschlachtet. Ich habe mich sofort an Filme wie Scream von Wes Craven und Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast erinnert gefühlt. Richtige Schocker, die gekonnt mit den Ängsten der Zuschauer gespielt und den Zuschauer mit dem Gefühl aus dem Kino entlassen haben, immer nach hinten schauen zu müssen, wenn es dunkel wird.

Gänsehautfaktor hoch 10!

Etwas Ähnliches schafft auch Hanika mit ihrer Schilderung der Ereignisse, die sich iM Haus von Hollys Tante abspielen. 

 

Ich persönlich habe mich gut unterhalten gefühlt. Hanika gelingt es, mit einer klaren und teils blutigen Sprache Spannung aufzubauen und den Leser durch die Nacht zu führen, ohne das er fliehen will. Die Kürze gereicht dem Roman zum Vorteil. Am Ende war ich froh, dass der Horror vorbei war und ... keine Angst, ich hinterlasse hier keinen Spoiler! ;)

 

Als Schmankerl für die Leser hat die Autorin Survival-Tipps des Killers eingebaut. Diese unterstützen die bereits vorhandene Spannung und sorgen dafür, dass der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Er möge sich diese Tipps gut verinnerlichen ... wer weiß, ob man er sie nicht selbst irgendwann einmal gut gebrauchen kann!

 

FAZIT

 

Scream.Run.Die ist ein gelungener Kurzroman, der mich blendend unterhalten und aus meinem Alltag entführt hat. Die Survival-Tipps setzen der Geschichte noch einen kleinen Horror obendrauf und runden die Ereignisse ab.  Leser, für die die oben genannten Filme nichts waren, sollten das Buch mit Vorsicht genießen. Denn wer das Leben nicht schätzt, verdient es nicht! HAR HAR HAR ...

 

tanja-hanika.de


Shadowcross | Das Vermächtnis | S1E1

Shadowcross, Lillith Korn, Dark Fantasy, Serie, Roman,
© Lillith Korn

INHALT

 

Als Riley Hunter eines Abends die Haushälterin Abby tot in der heimischen Badewanne findet, deutet alles auf einen Selbstmord hin. Geschockt von dem Erlebnis und dem Verlust begibt er sich auf die Fahrt zur Arbeitsstätte seiner Eltern ... und landet an einem Ort, an dem er es mit merkwürdigen Kreaturen konfrontiert wird – und einem gut gehüteten Familiengeheimnis und Erbe, dass ihn viel zu früh ereilt! 

Willkommen in Shadowcross!

 

 

MEINUNG

 

Die Geschichte um den Jungen Riley Hunter ist von Lillith Korn als Dark-Fantasy-Serie konzipiert. Die erste Episode startet mit dem vielsagenden Titel »Das Vermächtnis« und führt den Leser bereits nach wenigen Seiten in die Welt von Shadowcross ein. 

 

Die Grundidee ist nicht neu, wartet aber mit eigenen Zutaten auf, welche die Autorin gezielt einstreut, den Leser dadurch neugierig macht und die Lust am Weiterlesen steigert. Ohne zuviel zu verraten bekommt es der Neugierige mit einer Parallelwelt, Doppelgängern und unheimlichen Wesen zu tun, die viele Fragen aufwerfen. 

 

Der Stil von Korn ist durchgehend klar und baut gelegentlich Kniffe ein, um zum Beispiel das Gefühl der Beklemmung, das Riley beim Schließen des Leichensacks verspürt, zu verdeutlichen. 

 

Ritsch.

Pause.

Ratsch.

 

Gestoßen habe ich mich an zwei Szenen, in denen mir die Handlungen des Protagonisten nicht nachvollziehbar erschienen. Zudem hat sich Korn aufgrund der geringen Seitenzahl etwas weniger Zeit für die Einführung von Riley Hunter genommen, so dass mir das Erzähltempo zu schnell war. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, um mit der Figur warm zu werden. Die Schilderungen in Shadowcross und die offenbarten Zusammenhänge, welche mit dem Erbe der Hunters einhergehen, haben mich diese aber wieder vergessen lassen und dafür entschädigt. 

 

FAZIT

 

Trotz einiger Mängel bietet die erste Episode der neuen Dark-Fantasy-Serie von Lillith Korn einen guten Einstieg in Shadowcross. Als Pilotepisode wären sicher mehr Seiten drin gewesen, um die Figuren und die Schauplätze vorzustellen, aber die Lust zum Weiterlesen mindert dies keinesfalls! Bisher sind drei Bände erschienen.

 

lillithkorn.com

/shadowcross


Göttliches Vermächtnis I

Tochter des Lichts

Kathrin Buschmann, Fantasy, Göttliches Vermächtnis, Tochter des Lichts, Skandorverlag, Skandor, Band 1
© Kathrin Buschmann

IHNHALT

 

Das Schicksal der Sterblichen Welt liegt in den Händen der Halbgötter Tayla und Elozar: Zwischen den verfeindeten Ländern Lorolas und Kratagon droht ein zerstörerischer Krieg auszubrechen. An den Halbgöttern ist es, diesen Krieg zu vereiteln und ein Fortbestehen des wahrenden Friedens zu sichern.

 

Durch ein magisches Amulett auserwählt, muss die junge Tayla lernen, mit ihrer Bestimmung zu leben, denn sie bedeutet gleichzeitig Fluch und Segen. Der halbgöttliche Löwe Elozar steht dabei treu an ihrer Seite. Doch die verhängnisvolle Liebe zu einem Fremden, den seine Herkuft zu ihrem Feind macht, stellt ihr Schicksal auf eine harte Probe. Wird es den Halbgöttern dennoch gelingen, die finsteren Mächte Kratagons zu bezwingen?  (QUELLE: Klappentext)

 

MEINUNG

 

Der Plot um die beiden Halbgötter Tayla und Elozar, dem Löwen, erstreckt sich mittlerweile über 4 Bände. Mit Zeit der Brüder ist am 01.Juni 2017 das Finale der Buchserie erschienen. Anlass für mich, den ersten Band einmal unter die Lupe zu nehmen.

 

Ich muss vorweg betonen, dass ich eine alte Auflage des Romans von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen habe, die in diesem Jahr noch ein Mal Korrektur gelesen wurde. Meine Kritikpunkte beziehen sich dementsprechend nur auf die 2. Auflage, 3. Druck, Juni 2016!

 

Die Autorin hat eine komplexe Welt geschaffen und auch zeichnerisch in den Bänden dargestellt. So gibt es eine Karte von Kratagon und Lorolas mit vertiefenden Illustrationen zu einzelnen Orten und Städten, die dem Leser helfen sollen, sich zurechtzufinden. Die Zeichnungen sind sehr liebevoll geraten und zeugen von der Schaffenskraft der Autorin. Einführend erfährt der Leser mehr von der Geschichte der vereinten Welt und erlangt dadurch Hintergrundwissen, um den Geschehnissen im ersten Band folgen zu können. Hier werden das Gute und das Böse klar definiert, erhalten aber zu wenig Spielraum, um sich etablieren zu können.

 

Den Zugang zur Geschichte habe ich nicht auf anhieb gefunden. Die Idee und der Plot sind interessant, der Cliffhanger am Ende kommt unerwartet und berührt. Leider konnten mich nicht alle Figuren überzeugen. Allen voran Tayla: ihre Naivität ist erklärbar durch den fehlenden Kontakt zu den Menschen, doch ihre Handlungen und getroffenen Entscheidungen waren nicht immer nachvollziehbar, und eine wirklich plausible Entwicklung der Figur konnte ich nicht feststellen. Zacharias, der zwiegespaltene Kämpfer mit der unbändigen Wut und Mordlust, der Charmeur, der sämtliche Frauen in die Kiste bekommt - die Erklärung seiner Herkunft ist interessant, aber nicht wirklich nachvollziehbar. Auch sein innerer Kampf Hass gegen Liebe und der daraus resultierende Konflikt hätten mehr herausgearbeitet werden können.

 

Es haben sich im Laufe des Lesens viele Fragen ergeben, die sich laut Buschmann aber innerhalb der Folgebände aufklären. Vor allem in Bezug zur Beziehung zwischen den beiden Halbgöttern.

Was hat die Beziehung zu Tayla ausgemacht? Welche Situationen gab es in der Vergangenheit, die das Band der Verbundenheit zu ihnen gestärkt hat? Warum kann er nur mit ihr sprechen, wenn der Löwengott es will, und warum erst jetzt? Wie konnte Tayla darüber die Sprache der Menschen erlernen?

 

Die Erzählstimme von Buschmann ist klar und einfach, mit einer Tendenz zu eher „schwülstigen“ Ausführungen, die mir persönlich nicht immer zugesagt hat. Die Dialoge sind sehr förmlich und gestelzt und passen nicht immer zu den Figuren.

 

FAZIT

 

Die Autorin schafft in ihrem ersten Band der Fantasysaga eine komplexe Welt mit vielen interessanten Figuren und Nebenhandlungen, die leider zu wenig Raum bekommen um wirklich mitzureißen. Der Plot hat auf jeden Fall unheimliches Potenzial zu einer magisch-mystischen Geschichte mit Suchtfaktor; leider scheiterte es an der Umsetzung. Ich werde mir auf jeden Fall Band zwei der Saga zulegen, um zu schauen, ob die Autorin sich mit »König der Welten« weiterentwickelt hat!

 

kathrin-buschmann.de

/goettliches-vermaechtnis-1


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